DOPPELAUSGABEN UND BLOCKCHAIN-KONSENS ERKLÄRT
Erfahren Sie, was Doppelausgaben sind und wie die Blockchain-Technologie Konsensalgorithmen nutzt, um digitale Transaktionen zu sichern.
Arten von Double-Spending-Angriffen
- Race-Angriff: Der Angreifer sendet zwei Transaktionen in schneller Folge an verschiedene Empfänger mit denselben Coins, mit dem Ziel, dass eine bestätigt und die andere rückgängig gemacht wird.
- Finney-Angriff: Ein Miner erstellt einen Block mit einer betrügerischen Transaktion und gibt die gleichen Coins anschließend schnell im Einzelhandel aus, bevor er den Block veröffentlicht.
- 51%-Angriff: Wenn ein Angreifer mehr als die Hälfte der Mining-Leistung des Netzwerks kontrolliert, kann er die Historie der Blockchain verändern und so seine eigenen Transaktionen rückgängig machen.
Angesichts dieser Schwachstellen sind robuste Sicherheitsprotokolle unerlässlich, um die Endgültigkeit von Transaktionen zu gewährleisten und das Vertrauen in die Integrität der Währung zu erhalten.
Transaktionsbestätigungen
Jeder weitere Block, der nach einer Transaktion bestätigt wird, verringert die Wahrscheinlichkeit, dass die Transaktion geändert oder rückgängig gemacht werden kann. Daher warten Händler und Dienstleister oft mehrere Bestätigungen ab, bevor sie eine Transaktion als endgültig akzeptieren. Bei Bitcoin gelten sechs Bestätigungen als Standard für Transaktionen mit hohem Wert.
Unveränderlichkeit durch Konsens
Der Konsens bestätigt nicht nur die Legitimität von Transaktionen, sondern verankert sie auch in der Blockchain-Historie. Da die Änderung eines Blocks das erneute Mining aller nachfolgenden Blöcke (gemäß PoW) und das Erreichen eines Mehrheitskonsenses erfordern würde, sind die Kosten und die Komplexität von Doppelausgaben wirtschaftlich unvernünftig und für die meisten Angreifer technisch unwahrscheinlich. Letztendlich schaffen Blockchain-Netzwerke durch die Dezentralisierung der Validierung und die Verwendung von Konsens zur Durchsetzung einer gemeinsamen Version der Historie ein transparentes und manipulationssicheres Geldsystem, das resistent gegen betrügerische Aktivitäten ist.
Proof-of-Stake (PoS)
Proof-of-Stake ersetzt den energieintensiven Mining-Prozess durch ein Validierungssystem, das auf dem Besitz von Kryptowährungen basiert. In diesem Modell werden Validatoren ausgewählt, um neue Blöcke vorzuschlagen oder zu bestätigen, basierend auf der Menge an Kryptowährung, die sie halten und im Netzwerk „staken“. Da Validatoren ein finanzielles Interesse an der Aufrechterhaltung der Netzwerkintegrität haben – ihre gestakten Coins sind gefährdet –, wird böswilliges Verhalten, einschließlich Doppelausgaben, kontraproduktiv.
Ethereum, eines der größten Blockchain-Netzwerke, wechselte mit der Einführung des Ethereum 2.0-Upgrades von PoW zu PoS.
Diese Umstellung zielte darauf ab, nicht nur die Energieeffizienz zu verbessern, sondern auch die Abwehr potenzieller Bedrohungen, einschließlich koordinierter Doppelausgabenversuche, zu stärken.Delegated Proof-of-Stake (DPoS)
Delegated Proof-of-Stake wird von Plattformen wie EOS und Tron verwendet und beinhaltet ein Abstimmungssystem, bei dem Token-Inhaber eine kleine Anzahl von Validatoren wählen, die die Blockchain verwalten. Durch die Zentralisierung des Konsens unter vertrauenswürdigen Delegierten verbessert DPoS den Transaktionsdurchsatz und die Bestätigungsgeschwindigkeit und nutzt gleichzeitig abgestimmte Anreize, um ungültige oder doppelte Transaktionseinträge zu verhindern.
Byzantinische Fehlertoleranz (BFT)
BFT-basierte Modelle, einschließlich Practical Byzantine Fault Tolerance (PBFT), ermöglichen es Knoten, einen Konsens zu erzielen, selbst wenn einige Netzwerkteilnehmer unzuverlässig oder böswillig sind.
Diese Modelle sind besonders in privaten Blockchains mit Zugriffsbeschränkungen verbreitet, wie sie beispielsweise von Unternehmen genutzt werden, wo Identität und Vertrauen im Vorfeld weitgehend etabliert sind. Da jede Transaktion durch ein Quorum vertrauenswürdiger Knoten bestätigt wird und falsche Meldungen den Konsensprozess direkt untergraben, sind BFT-Konsensmodelle in der Regel robust gegenüber Betrugsversuchen wie Doppelausgaben – insbesondere in kleineren, kontrollierten Umgebungen. In all diesen Modellen wird der Konsens durch kryptografische Werkzeuge wie digitale Signaturen und Hash-Funktionen verstärkt. Gemeinsam gewährleisten sie, dass Transaktionen nach ihrer Annahme nicht mehr verändert werden können und jeder Eintrag im Ledger eindeutig seinem Urheber zugeordnet werden kann. Unterschiedliche Konsensmodelle bieten verschiedene Kompromisse zwischen Sicherheit, Geschwindigkeit und Dezentralisierung. Ihr gemeinsames Ziel bleibt jedoch dasselbe: die Integrität des Ledgers zu wahren und die Möglichkeit doppelter, betrügerischer Ausgaben auszuschließen, um so das finanzielle Vertrauen in digitale Ökosysteme zu erhalten.