VERTIKALE SPREADS (DEBIT & KREDIT): ERKLÄRT
Vertikale Spreads sind üblich, weil sie das Risiko definieren und die Kosten reduzieren.
Der maximale Gewinn bei einem Credit Spread entspricht der erhaltenen Prämie, während der maximale Verlust der Differenz zwischen den Ausübungspreisen abzüglich der erhaltenen Prämie entspricht. Ein angemessenes Management ist entscheidend, insbesondere wenn sich der Spread dem Verfall nähert und das Ausübungsrisiko steigt.
Sowohl Debit- als auch Kredit-Vertikalspreads eignen sich gut für Markterwartungen mit moderater Richtungsorientierung und bieten risikobegrenzte Trades, die weniger volatil sind als Single-Leg-Option-Strategien.
Kapitaleffizienz
Im Vergleich zu ungedeckten Optionen oder Long-Positionen in Aktien benötigen vertikale Spreads weniger Kapital. Broker reservieren häufig niedrigere Margen für Spreads mit definiertem Risiko, da das Worst-Case-Szenario vorab festgelegt ist. Dies ermöglicht es, Marktbewegungen abzusichern oder zu spekulieren und gleichzeitig Kapital für andere Investitionen zu schonen.
Strategische Anpassung
Vertikale Spreads bieten Flexibilität bei der Gestaltung von Trades für verschiedene Marktbedingungen – von bullisch über bärisch bis neutral. Durch die strategische Wahl der Ausübungspreise kann ein Trader die Gewinnwahrscheinlichkeit im Verhältnis zum Renditepotenzial optimieren. Beispielsweise bietet der Verkauf eines Out-of-the-Money-Put-Spreads eine hohe Wahrscheinlichkeit, die Prämie zu behalten, wenn sich der Markt seitwärts bewegt oder weiter steigt.
Geringere Auswirkung der Optionskennzahlen
Griechische Kennzahlen wie Delta, Theta und Vega beschreiben das Verhalten von Optionspreisen. Bei vertikalen Spreads ist das Risiko durch diese Variablen tendenziell besser kontrollierbar. So kann beispielsweise der Zeitwertverfall (Theta) bei Kreditspreads positiv wirken, während er bei Debit-Spreads, die bis zum Verfall gehalten werden, nur geringe negative Auswirkungen hat. Auch die Volatilitätssensitivität (Vega) ist im Vergleich zu Einzeloptionen geringer, insbesondere wenn beide Spread-Bestandteile nahe am Moneyness liegen.
Kurz gesagt: Vertikale Spreads bieten ein strategisches Gleichgewicht zwischen Potenzial und Vorsicht. Sie ermöglichen es Händlern, Markteinblicke zu nutzen, ohne ihr Risiko zu erhöhen – und sind damit ein unverzichtbarer Bestandteil des Werkzeugkastens für jeden, der den Optionsmarkt überlegt nutzen möchte.